Neuer Blog – Auf der Ruta de la Lana

Den Bericht über meine Wanderung im Juni 2017 von Cuenca nach Burgos auf der „Ruta de la Lana“ findet Ihr hier:

https://gertrudisaltendorferrutadelalana.wordpress.com/

 

 

Vielleicht interessiert Euch aber auch mein Weg aus dem Jahr 2015 –

Ein Jakobsweg durch Kantabrien und Asturien. Camino Lebaniego, Ruta de la Reconquista, Covadonga, Oviedo.

Da gehts hin:  https://gertrudisaltendorfer.wordpress.com/

 

 

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Zum Schluss

Am nächsten Morgen hat mich der Bus nach Burgos gebracht. Ich habe noch einen Tag in dieser Stadt verbracht, habe die Kathedrale besucht und die wunderbare „Cartuja de Miraflores“, habe die Füße in den Rio Arlanzón gehängt – noch einmal ein Fluss mit „Ar-„, wie hatten sie alle geheißen? Ara, Aragón, Arga, Arlanza, Arlanzón… In der Herberge „Casa de Peregrinos de Emaús“ habe ich noch einmal Pilgergemeinschaft erlebt – auch darüber gäbe es noch zu erzählen, aber das gehört schon nicht mehr zu dieser Geschichte. Mein Bein hat sich nach ein paar Tagen Ruhe zu Hause schnell erholt. Das Alltagsleben hat mich wieder aufgenommen, aber es war freundlich und friedlich und hat mir immer wieder Zeit gegeben, den ganzen Weg noch einmal zurückzulegen, indem ich ihn aufgeschrieben habe. Dieser Weg hat mich, wie alle Wege, beschenkt, reicher gemacht, und er wird im Herzen und in der Erinnerung aufbewahrt bleiben. Heute, während ich diese letzten Wörter schreibe, ist der erste Tag eines neuen Jahres. Schon werden die Tage länger, schon regt sich Vorfreude auf Neues – es gibt noch so viele Wege, so Vieles zu entdecken, so viele Möglichkeiten, weiterzukommen!

Ich hatte mir ein Lied mitgenommen mit dem Vorsatz, es unterwegs auswendig zu lernen: „Gracias a la vida“, gesungen von der großen Mercedes Sosa. Ich habe es nicht auswendig gelernt. Aber gesungen habe ich es oft – mit Worten, wie sie mir gerade aus dem Herzen flossen. Ich danke dem Leben, das mir so viel gegeben: jeden Tag den blauen unendlichen Himmel, die strahlende Sonne mit Hitze und Licht, die Höhen der Berge, die weiten Felder, die schattigen Wälder. Die Felsen und Steine, wild und erhaben geformt von der Kraft der Natur, und wunderbar kunstvoll gestaltet von Händen begabter und gläubiger Menschen. Die Quellen und Bäche und Seen, aus denen ich trank und die alles beleben. Die freundlichen Menschen am Weg, die mir manchmal wie Engel erschienen, die Freunde daheim, mich begleitend mit lieben Gedanken. Ich danke dem Schöpfer, der all das uns schenkt und noch so Vieles mehr… ein Lied ohne Ende – Gracias a la vida!

Hier noch eine Übersicht über den Weg von Nájera bis Silos, wie ich ihn letztlich nahm:

najera-silos

Zum Kloster Cañas:  http://www.monasteriodecañas.es/index.html

Über „Las Calderas“ gibt es eine ganze Reihe kleine Videos, die ich jetzt erst entdeckt habe, z.B. hier:  https://www.youtube.com/watch?v=wkW2N8B32bc

Santo Domingo de Silos – die besten Bilder und Beschreibungen wieder auf meiner „Lieblingsseite“:  http://www.arquivoltas.com/15-Burgos/02-Silos01.htm

Liebe Freunde, die Ihr nicht so viel Erfahrung mit Blogs habt: Ihr könnt die Kapitel einzeln anklicken, von unten nach oben, um die richtige zeitliche Reihenfolge zu erhalten. Dann jeweils am Ende des Kapitels auf  „Next“. Hier kommt Ihr auch zum Seitenanfang: https://gertrudisaltendorferblog.wordpress.com/2016/10/12/45/   Oder Ihr scrollt einfach runter, dann könnt Ihr auch die „Beitragsbilder“ sehen 🙂

Vielleicht interessiert Euch auch meine Wanderung auf der „Ruta de la Reconquista“, ein Jakobsweg durch Kantabrien und Asturien:  https://gertrudisaltendorfer.wordpress.com/

Mercedes Sosa: Gracias a la Vida  https://www.youtube.com/watch?v=WyOJ-A5iv5I

Ein Tag in Santo Domingo de Silos

Dienstag, 23. August 2016

Frère Jacques, dormez-vous? Sonnent les matines…

Das Glockengeläut mischte sich in meine Träume, weckte mich. Viertel nach sieben. Nun, die „matines“, die Matutin, wäre um halb sechs gewesen, die hatte ich natürlich verschlafen, jetzt wurde zur Laudes geläutet, und die begann in einer Viertelstunde. Vorsichtig stieg ich aus dem Bett und prüfte die Belastbarkeit meines Beins – es fühlte sich nicht gut an, aber bis zur Kirche hatte ich ja nur wenige Meter. Ich schlüpfte in die Kleider und humpelte hinaus. Weiterlesen

Von Palacios de la Sierra nach Santo Domingo de Silos

 

Montag, 22. August 2016

Ich hatte lang geschlafen im Hotel. Das Frühstück war kläglich gewesen, ein Kaffee und ein Hörnchen. Der Fuß war kein bisschen besser geworden. Der Bus war schon in aller Herrgottsfrüh gefahren, ich hatte ihn verpasst.

Nun stand ich an der Straße, vor einem der letzten Häuser von Palacios, unentschlossen, ob ich die Asphaltstrecke in Angriff nehmen oder lieber gleich den Daumen ausstrecken sollte. Da rief jemand. Ich schaute um – in der Haustür stand die nette Frau von gestern Abend und winkte! Nicht zu fassen, ich stand genau vor ihrem Haus. „Und – hast du ein gutes Zimmer bekommen?“ fragte sie. „In einer halben, dreiviertel Stunde fahren wir nach Salas, mein Mann und ich. Wir nehmen dich gern mit, wenn du so lange warten möchtest!“ Weiterlesen

Die Lagunas de Neila, „Las Calderas“ und ein schwerer Weg nach Palacios de la Sierra

Sonntag, 21. August 2016

Im Hexenhaus hatte ich ganz unverschämt gut geschlafen. Elf Stunden, ohne eine einziges Mal aufzuwachen! Als ich den Stein wegschob und hinaussah, war es neun Uhr und das schönste Sonntagswetter, der Himmel klar und blau, nichts war übriggeblieben von den nächtlichen Schaudern. Schon war ich wieder auf dem Weg, dem selben, den ich gestern bereits erkundet hatte, aber jetzt zwitscherten die Vögel und die Natur erstrahlte im hellen Morgenlicht. Ein Wanderer holte mich ein, ein älterer Spanier. „Du musst eine Deutsche sein!“ begrüßte er mich. „Eine Frau allein in den Bergen ist immer eine Deutsche. Oder eine Französin“, fügte er gleich als Erklärung hinzu. „Spanierinnen gehen nie alleine wandern.“ So kam es, dass ich nun auch nicht alleine wanderte, wenigstens für ein kurzes Stück. Er erzählte, dass er oft hierherkomme, und heute wollte er einen Berg in der Nähe besteigen. „Aber den Weg zu den „Calderas“ habe ich noch nie gefunden“, sagte er, nachdem ich von meinem Vorhaben berichtet hatte. Gemeinsam über die Schönheit der Gegend schwärmend gelangten wir bald ans Ufer der „Laguna Negra“. „Da kannst du jetzt dein Wasser nachfüllen. Aber pass auf, dass dir keine Fische in die Flasche schwimmen!“ lachte er, und dann trennten sich unsere Wege. Weiterlesen

Nuestra Señora de Valvanera, eine Fahrt nach Villavelayo und der Weg zu den Lagunas de Neila

Samstag, 20. August 2016

Das penetrante Glockenspiel weckte mich um Sechs. Immer noch schrie draußen das Käuzchen. Aufzustehen hatte noch wenig Zweck, denn das Frühstück gab es erst um Acht, also versuchte ich, noch ein Stündchen zu schlummern. Dann packte ich meine Siebensachen zusammen und ging hinaus. Noch waberten dicke Nebelschwaden ums Kloster und hüllten die Wälder ein. Die Kirche war offen. Als ich eintrat, empfing mich gedämpfter gregorianischer Gesang – in einer Seitenkapelle wurde hinter verschlossener Tür die Laudes gebetet, es waren Benediktiner, die hier beteten und arbeiteten, und die Arbeit bestand unter anderem in der Herstellung eines angeblich medizinisch wirksamen Kräuterlikörs. Ich wollte das Morgengebet nicht stören und setzte mich in den dunklen, gotischen Kirchenraum. Nur die Figur der Muttergottes, die über dem Altar aus einem höher gelegenen Raum hereinblickte, war beleuchtet. Ich schloss die Augen und ließ mich von den Gesängen mittragen. Einmal wurden die Töne lauter, die Tür war wohl geöffnet worden. Ich hörte Schritte und schaute mich um – die kräftige Nonne, der ich gestern Abend begegnet war, eilte durchs Kirchenschiff, ihr Smartphone am Ohr – sie musste sehr wichtige Aufgaben haben, die es nötig machten, sogar während der Stundengebete erreichbar zu sein!

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Das Kloster Suso und der Weg nach Valvanera

 

Freitag, 19. August 2016

Chuchi wollte es sich auf keinen Fall nehmen lassen, mich im Auto zurück nach San Millán zu bringen. Rosa hatte mir, noch in einen plüschigen Morgenmantel gewickelt, schon Milchkaffee und Magdalenas gebracht, Magdalenas, welche eine Bewohnerin des Dorfes, die auch irgend eine „Sobrina“ war, selbst gebacken hatte… Nun drängte ich ein bisschen zur Eile. Nicht, dass ich tatsächlich gefürchtet hätte, kein Ticket mehr für Suso zu bekommen – was ich aber sehr wohl fürchtete, war, in diesem Familiennetz zwischen all den Sobrinos und Sobrinas eingewickelt zu werden wie eine Beute in einem Spinnennetz und am Ende gar keine Luft mehr zu bekommen. Weiterlesen